Grace Jones: Bloodlight and Bami

Amazing Grace

Androgyn. Mysteriös. Bedrohlich. Mit ihrem Image als erotische Kriegerin schrieb sich Grace Jones Ende der Achtziger in die Musikgeschichte ein.

Ein Image, dass die Künstlerin im Gegensatz zu vielen anderen Sängern ihrer Zeit, selbst kreiert hat – und das größer geworden ist, als sie selbst. Auch mit fast siebzig ist sie für viele noch immer die Disco-Queen aus dem Studio 54 – das Bond Girl. Aber das öffentliche Bild von Grace Jones überdeckt viele andere Facetten der Künstlerin.

Mit der Dokumentation „Grace Jones: Bloodlight and Bami“ hat die Diva jetzt ihren eigenen Film bekommen. Gedreht wurde er von der britischen Regisseurin Sophie Fiennes. Ihr gewährte der Star einen ungewöhnlich privaten Zugang und künstlerische Freiheit.

Grace Jones: Bloodlight and Bami. Regie: Sophie Fiennes

Für Arte Metropolis trafen wir die Schwester von Ralph Fiennes und Joseph Fiennes im Londoner British Film Institut, um mit ihr über ihren Film zu sprechen, für den sie Grace Jones fünf Jahre lang mit der Kamera begleitet hat. Kennengelernt haben sich die zwei Frauen, als Fiennes einer Dokumentation über Grace Jones Bruder drehte, der als Geistlicher in Amerika arbeitetet.

Die Idee zu dem Film kam von Grace Jones selbst. „Sie hat sehr deutlich gesagt, dass sie sich bewusst darüber ist, dass man sie möglicherweise als Karikatur wahrnimmt. Sie sagte, sie wolle nicht das zeitliche segnen ohne jemals hinter dieser Karikatur hervorgekommen zu sein“ verriet Sophie Fiennes im Interview.

„Sie hat sich der Herausforderung gestellt, auf eine Art gesehen zu werden, die nicht von ihr kontrollliert wurde, die nicht mit dem Image von ihr übereinstimmte, für das sie beliebt war. Sie hat das Experiment gewagt, um zu sehen was geschieht, wenn sie mir die Erlaubnis gibt sie zu filmen.“ 

Dass Fiennes auf Archivmaterial komplett verzichtet, ist die Stärke des Films. Ihr war es wichtig, Grace Jones in der Gegenwart, und very present – zu zeigen. Statt die üblichen Zeitzeugen zu bemühen, blieb Fiennes stets in respektvoller Distanz, und fing dennoch intimste Momente ein.

Mehr über die Zusammenarbeit zwischen der Regisseurin und der Diva gibt es hier zu sehen.

 

 

 

 

 

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