Playlist: Benjamin Clementine

Benjamin Clementine. Foto: Universal
Benjamin Clementine. Foto: Universal

Gemeinsam mit den Gorillaz hat Benjamin Clementine einen neuen Song aufgenommen. Grund genug für BOX IN A SUITCASE sich noch einmal in die Stimme des Sängers zu verlieben.

https://www.youtube.com/watch?v=eMZSc3-X5i8

Das Märchen des Benjamin Clementine

Ausnahmemusiker und Burberry-Gesicht Benjamin Clementine ist für mich die musikalische Neuentdeckung des vergangenen Jahres. Aus dem Nichts aufgetaucht, geisterte seit dem Sommer 2015 verstärkt durch die Feuilletons, die Kritiker überschütteten ihn mit Lob. Clementine eignete sich aber auch zu gut als Beispiel dafür, dass mit dem nötigen Talent eben doch alle Träume Wirklichkeit werden können. Schließlich hatte der gebürtige Londoner harte Jahre in Paris hinter sich, schlief auf der Straße und musizierte in den Metro-Stationen der Stadt, wo er hauptsächlich die Songs fremder Künstler sang, um, wie er sagte, den Menschen die vorbei kamen, Freude zu bereiten.

Benjamin Clementine beeindruckt mit „At least for now“

Schon bald kursierten Videos im Netz, der erste Plattenvertrag folgte. Seine eigenen Songs, die Benjamin auf dem Debütalbum „At least for now“ veröffentlichte, sind beeindruckend, voller Traurigkeit und Schönheit. Eine Mischung die auch Clementine selbst entspricht, der gerne barfuss am Klavier sitzt, von markanter Attraktivität und stilsicher in seiner Inszenierung als Edel-Clochard. Diese Kombination hat ihm nicht nur den renommierten Mercury Prize sondern auch eine Zusammenarbeit mit Burberry eingebracht.

Benjamin Clementine. Foto: Universal
Benjamin Clementine. Foto: Universal

DIE LEIDEN DES JUNGEN B.

Unverkennbar sind auch Benjamins musikalische Vorbilder. Neben deutlichen Jazzanleihen, lässt sich vor allem seine Begeisterung für Nina Simone unschwer heraushören. Trotzdem sind seine Songs, die er mit tiefer Stimme vorträgt, eigen und so schön, dass man ihm stundenlang zuhören möchte. In seinen Liedern verarbeitet das Ausnahmetalent vor allem seine eigene Geschichte – nach einem Zerwürfnis mit der Familie und dem Abbruch seines Jurastudiums, war der Brite vorübergehend obdachlos. Allerdings eben nur vorübergehend. Die oft kolportierte Geschichte, dass ihn erst der Plattenvertrag aus von der Straße holte, ist ein Mythos, der sich, obwohl Benjamin Clementine bereits selbst versuchte mit den Gerüchten aufzuräumen, hartnäckig hält. Unter dem Label „Die Leiden des jungen B.“ lässt sich die Lebensgeschichte des Musikers eben besser verkaufen. Dabei, davon bin ich überzeugt, hat Benjamin Clementine bei seinem Talent ein Märchen überhaupt nicht nötig.

Ein besonders schöner Song von ihm heißt „London“ – und ist natürlich der Soundtrack wenn ich für BOX IN A SUITCASE an die Themse reise. Das Benjamin Clementine nicht nur dramatisch sondern auch sehr humorvoll sein kann bewies er übrigens just einmal wieder auf seinem Instagram Account mit folgendem Foto:

Picture: Benjamin Clementine
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