Die kreativsten Hotels Europas: Wenn das Viertel zum Nachtquartier wird

MIT KREATIVITÄT GEGEN DEN LEERSTAND

Der Wiener 4. Bezirk ist das Zuhause gutbürgerlicher Familien und mit etlichen Botschaftsgebäuden auch das einiger Diplomaten. Es ist ruhig, auch hinter den Fensterscheiben der Ladengeschäfte. Erst auf den zweiten Blick tut sich hier etwas und das liegt an einer Gruppe junger Architekten. Eine von ihnen ist Theresia Kohlmayr, Hotelierstochter aus Salzburg, die gemeinsam mit ehemaligen Kommilitonen aus dem Architekturstudium das Wohnkonzept „Urbanauts“ entwickelte. Seit 2008 beschäftigt sich das Team mit der Wiederbelebung und Verwertung leer stehender urbanen Flächen. Lange haben sie die Stadt erforscht und in guten, zentralen Lagen einen enormen Leerstand festgestellt. Basierend auf Kohlmayrs Hotellerie-Erfahrung entstand die Idee, die leeren Geschäfte in Gästezimmer und den 4. Bezirk zum Hotel umzuwandeln. Frühstück gibt es im Café um die Ecke, die Massage im nahe gelegenen Hamam.

20886832
Schlafen in einer alten Schneiderei. Foto: Urbanauts

SCHLAFEN IN EINER ALTEN SCHNEIDEREI

Das erste Loft richteten sie in einer ehemaligen Schneiderei ein. Den „Urbanauts“ ist es bei der Umgestaltung besonders wichtig, den ursprünglichen Charakter der Läden zu erhalten. So entstand dort in Kooperation mit lokalen Künstlern ein Raum, dessen Einrichtungskonzept mit Stoffen spielt und damit die ursprüngliche Nutzung wieder aufgreift. Eigentlich war die Schneiderei auf ein junges Zielpublikum ausgerichtet, doch von Anfang an kamen Gäste aller Altersklassen. Die ersten Bewohner: ein älteres Ehepaar, das Karten für die Wiener Oper hatte.

Die Urbanauts habe ich als Autorin für das Inflight Magazin der Fluglinie Germanwings besucht. 

(Visited 70 times, 1 visits today)

4 Comments

Schreibe einen Kommentar