Interview: Willem Dafoe

Florida Project ist das perfekte Beispiel dafür, wie ein Film Dich verändern kann.“

(Willem Dafoe)

Für Willem Dafoe ist 2018 ein gutes Jahr. Im Februar wurde er auf der Berlinale für sein Lebenswerk ausgezeichnet, zeitgleich war er als bester Nebendarsteller für den Oscar nominiert. Gewonnen hat der charmante Amerikaner die höchste Auszeichnung der Filmbranche zwar nicht, sehenswert ist sein Auftritt als Hotelmanager Bobby in Florida Project trotzdem.

Für Dafoe war die Rolle in Florida Project eine Herausforderung, denn Regisseur Sean Baker hatte außer ihm nur Laien besetzt. Wie viel Spaß dem Schauspieler die Arbeit an dem Film dennoch brachte, ist ihm noch deutlich anzumerken, als ich ihn im Berliner Hotel Mandala zum Interview treffe.

Willem Dafoe. Picture: Kobalt Productions

Florida Project war eine großartige Erfahrung, denn wir haben nicht nur mit Kindern und Leuten gedreht, die eigentlich keine Schauspieler sind, sondern auch an einem Drehort, der wirklich die Geschichte hat, die wir erzählen wollten“ verriet Dafoe gut gelaunt.

„Ein Billighotel, in dem Menschen leben, die kein zu Hause haben. Das ist nicht die Welt aus der ich komme, aber ich bin da, ich treffe diese Menschen, ich höre ihre Geschichten und lerne sie kennen. Und dann passiert etwas Schönes. Diese Leute werden zu uns. Ich werde einer von ihnen. Es ist das perfekte Beispiel dafür, wie ein Film Dich verändern kann.“

Dafoes eigene Amateurzeit hingegen liegt schon vierzig Jahre zurück. Seine ersten Gehversuche als Schauspieler unternahm er am Unitheater in Wisconsin-Milwaukee, blieb der Bühne Jahrzehnte lang treu. Regelmäßig stand er auch mit der New Yorker Wooster Group, dem Ensemble seiner ehemaligen Lebensgefährtin Elizabeth LeCompte, auf der Bühne.

Der Durchbruch auf der Leinwand gelang Willem Dafoe bereits 1986 – als Seargant Elias Grodin in Oliver Stones Platoon. Seitdem hat Dafoe in über hundert Filmen mitgespielt. Ob gesetztestreuer FBI Agent in „Missisippi Burning“ oder als einsamer Söldner auf der Jagd in „The Hunter“, – kaum jemand deckt ein so breites Rollenspektrum mit so viel Tiefe ab wie er. Verdient hätte er den Oscar also.

Mehr über Willem Dafoe erfahrt Ihr hier in meinem Beitrag für Arte Metropolis.

 

 

 

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