The art of fashion: Die kunstvollen Kollektionen von Wataru Tominaga

Wataru Tominaga verwandelt Mode in Kunst

Leuchtende Farben, experimentelle Schnitte und prägnante Stoffe: Wataru Tominaga ist angetreten, um mehr Farbe in die Welt der Mode – vor allem der Männermode – zu bringen. Schon bei seiner Premiere auf der Berliner Fashion Week 2016 hat der Japaner, der seine Stoffe mit komplexen Mustern selbst fertigt und für seine eigenwilligen, intensiven und farbenfrohen Entwürfe bekannt ist,bewiesen, dass Mode eine Kunstform ist. Und es doch tatsächlich  geschafft, Fernweh bei mir auszulösen. Denn mit etwas Fantasie kann man in den Designs des Tominagas sämtliche Kontinente dieser Erde entdecken.

Wataru Tominaga. Fashion Week Berlin. Foto: Frauke Schlieckau
Wataru Tominaga. Fashion Week Berlin. Foto: Frauke Schlieckau

Mustermix und Fransenhosen

In Tominagas wilden Stil-Mix-Kollektionen finden sich selbstverständlich auch Einfüsse seiner Heimat wieder. Die japanische Kultur, vor allem Anleihen der japanischen Avantgardmode, sind in den voluminösen Schnitten, die zwar abgewandelt, aber dennoch sichtbar mitunter auch an die traditionellen Kimonos seiner Vorfahren erinnern, deutlich zu erkennen. Dass die Farbgebung hingegen geradezu südamerikanisch anmutet und Mustermix und  Fransenhosen Assoziationen an afrikanische Stammestrachten wecken, verwandelte Tominagas Fashion Show in ein exotisches Erlebnis. Zumindest für mich,  manch anderer hingegen dachte eher an die Hippies der 70er und Nerd-Stereotypen des 80er Jahre Kinos.

Wataru Tominaga. Fashion Week Berlin. Foto: Frauke Schlieckau
Wataru Tominaga. Fashion Week Berlin. Foto: Frauke Schlieckau

Experimentierfreude bei Wataru Tominaga

Gelungen sind seine Designs auch, weil Wataru Tominagas Kollektion trotz aller Experimentierfreude nach Paris, Vogue und Laufsteg und nicht nach Karneval in Rio aussieht. Eine Gefahr, die der Designer, der in Tokio und am renommierten Saint Martins College of Art and Design in London studierte, in seiner 2016 in Berlin präsentierten Kollektion umging, indem er hier und da schlichte Hemden und Trainingshosen unter die ausgefallenen Entwürfe mischte. Diese könnten, will man beim geographischen Vergleich bleiben, in seinem Konzept Europa und die USA repräsentieren. Überhaupt ist Wataru Tominaga ein Meister des Crossovers, der leichtfüssig auf dem schmalen Grad zwischen Mode und Kunst balanciert und es darüber hinaus immer wieder darauf anlegt, Gendergrenzen verschwimmen zu lassen.

Wataru Tominaga. Fashion Week Berlin. Foto: Frauke Schlieckau
Wataru Tominaga. Fashion Week Berlin. Foto: Frauke Schlieckau

Preisgekrönt

Dafür, dass Tominaga eine große Karriere vor sich hat, spricht nicht nur seine aufregende Handschrift, sondern auch die Tatsache, dass der Japaner, der bei einem Forschungsprojekt bei John Galliano in Paris, bei Bless in Berlin und im Eddie Peake Fine Art Studio in London wichtige Erfahrungen sammelte, schon eine ganze Reihe an Auszeichnungen eingeheimst hat: 2016 gewann er zum Beispiel den renommierten „Grand Prix de Jury Première Vision“ beim 31. International Festival of Fashion and Photography in Hyères. Weitere Preise werden sicher bald folgen. Für mich war Waturu Tominaga ganz klar eines der Highlights der Berliner Fashion Week 2016. Ich hoffe sehr, dass wir den wunderbar eigenwilligen Outfits des Japaners  künftig in den Hochglanzfotostrecken der Modemagazine noch öfter begegnen. Und zwar auf allen Kontinenten.

Wataru Tominaga. Fashion Week Berlin. Foto: Frauke Schlieckau
Wataru Tominaga. Fashion Week Berlin. Foto: Frauke Schlieckau

 

Wataru Tominaga. Fashion Week Berlin. Foto: Frauke Schlieckau
Wataru Tominaga. Fashion Week Berlin. Foto: Frauke Schlieckau
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